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EINE GELUNGENE PREMIERE
Oberstufenaustausch mit dem Lycée Grignard Cherbourg
Seit 30 Jahren besteht am Rittersberg-Gymnasium ein bilingualer Zweig Französisch, der sich durch vielfältige Austauschmaßnahmen in der Mittelstufe auszeichnet. Aber ein Schüleraustausch in der Oberstufe war in diesem Jahr ein Novum, das sich als voller Erfolg erwies. Sowohl Eltern als auch Schüler begrüßten die Chance, die Sprache zu perfektionieren und in der Phase des Erwachsenwerdens sich mit gleichaltrigen Jugendlichen des Partnerlandes zu treffen, auszutauschen und nachhaltige Freundschaften zu knüpfen. Aufgrund der Verankerung in dem französischen Kulturkreis durch das Angebot der Schule, konnten die Teilnehmer auf hohem Niveau kommunizieren und von der literarisch-historisch orientierten Ausrichtung des Austauschs optimal profitieren.
„Ich würde jederzeit wieder zusagen nach Frankreich zu fahren. Unsere Austauschschüler waren klasse. (…)
Zudem haben sich meine Sprachkenntnisse verbessert. Ich habe neuen Wortschatz kennen gelernt und fühle mich beim Sprechen sicherer.“
(Sophie Lommel)
Im April 2011 empfingen wir die „Troupe théâtre“ unserer Partnerschule Lycée Grignard, Cherbourg, die uns ihre neueste Produktion „Racine par la racine“ von Serge Bourhis, ein 2010 in Avignon uraufgeführtes Werk, das gerade Jugendliche wieder für das klassische Theater begeistern möchte, präsentierte. Im Unterricht der Oberstufe wurde das Werk vorgestellt, Französischkurse der benachbarten Gymnasien eingeladen und in der Presse angekündigt. Dank der Technik-AG und der Unterstützung der Schulleitung konnte die Theateraufführung in der perfekt arrangierten Gymnastikhalle unserer Schule vor vollem Haus gespielt werden. Die jungen Schauspieler wurden mit überschwänglichem Beifall für ihre herausragende Leistung belohnt.
Für den Aufenthalt der deutschen Schüler in Frankreich, die sich aus Grund- und Leistungskursen der Jahrgangsstufe 11 und 12 rekrutierten, bildete die gemeinsame deutsch-französische Geschichte einen Schwerpunkt. In gezielten Unterrichtseinheiten wurden die deutsch-französischen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung des 2. Weltkrieges mit der Landung der Alliierten an den nahe gelegenen Stränden in der Normandie und die Entwicklung der Annäherung und Versöhnung bis zur Rolle der beiden Staaten in Europa erarbeitet. Folgerichtig führten uns die Exkursionen an die Stätten der kriegerischen Auseinandersetzung Omaha Beach, Pointe du Hoc und Arromanches. In arbeitsteiliger Gruppenarbeit hatten die Teilnehmer/innen zu allen Exkursionszielen kleine Referate für die Mitschüler ausgearbeitet, die jeweils vor Ort vorgetragen wurden.
Anhand historischer Filmaufnahmen konnten die Schüler in der aufwändig aufbereiteten Kinopräsentation die Orte heute und im Frühjahr 1944 sehen und vergleichen. Der Kontakt zu dem Abgeordneten des Wahlkreises Bayeux, M. Lefranc, eröffnete uns zudem die Möglichkeit, authentische Informationen am Ort des Geschehens zu erhalten. Die Schüler zeigten sich dabei höchst interessiert und waren dankbar für dieses Angebot.
Neben der Bewunderung der imposanten Küstenlandschaft und des Weltkulturerbes „Mont Saint Michel“, hoben die Teilnehmer immer wieder die intensiven Gespräche mit Gasteltern und Partnern hervor, die ihnen einen tieferen Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisses des Partnerlandes eröffnen.
„Die Fahrt in die Normandie brachte mir wunderschöne Momente am Meer, geschichtliche Horizonterweiterung und neue gute zwischenmenschliche Beziehungen zu den Franzosen.(…)
Auch nach dem Austausch möchte ich mit meiner Gastfamilie in Kontakt bleiben. Von diesem Auslandsaufenthalt werde ich mit Sicherheit noch lange profitieren können.“
(Jasmin Malkomes)
Den abschließenden Höhepunkt bildete der Besuch der Assemblée Nationale in Paris. Dank der Einladung über den Député M. Lefranc konnten wir an einer Sitzung teilnehmen und ein hervorragendes Mittagessen in den fürstlich ausgestatteten Räumlichkeiten der Assemblée Nationale genießen. Darüber hinaus stand uns Herr Lefranc Rede und Antwort in lebendigen Diskussionen mit den Oberstufenschülern.
„Wir haben viel Tolles zu sehen bekommen und mehr über die deutsch-französische Geschichte gelernt. (…) Wertvoll und interessant waren für mich die Momente in der Familie wie beim gemeinsamen Essen oder sonntags auf einer Erkundung der Region. Überhaupt habe ich mich mit „meiner“ Familie sehr gut verstanden und mich dort direkt zuhause gefühlt.“ (Felix Kupferer)
Der herzliche Empfang durch die Schulleitungen und der Wunsch zur Fortsetzung des Austausches auf beiden Seiten zeigen den Gewinn solcher direkten Kontakte. Wir danken dem Deutsch-französisch Jugendwerk, das durch finanzielle Unterstützung solche Begegnungen entscheidend fördert!
OStR’ Inge Speyer, StR’ Katja Welck-Möhnen (Projektleiterinnen)
Kaiserslautern im Mai 2011
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